EU-Förderungen stärken Weinviertelregion – im Bezirk Gänserndorf boomt der geförderte Wohnbau

Als Auftakt der NÖ.Regional-Tour ging am Freitag, 23. April 2021 im Kulturhaus Gänserndorf die Startveranstaltung mit EU-Landesrat Martin Eichtinger und LAbg. Bgm. René Lobner, Obmann des Regionalverbands Europaregion Weinviertel, über die Bühne. Priorisierte Themen waren die NÖ Landesausstellung 2022 sowie Förderung von Wohnraum und (grenzüberschreitende) Kleinprojektearbeit. Landesrat Eichtinger betont die Wichtigkeit der EU-Fördermittel für die Entwicklung einer Region, die durch diese Unterstützung ihre Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit steigern kann. Die (Klein)Projektarbeit ist von umso größerer Bedeutung.

„Europa hat Niederösterreich im Wandel von einer Agrar- zur hochtechnisierten Region unterstützt. Zwischen 1995 und 2021 wurden im Weinviertel 521 Projekte umgesetzt, die mit einem Gesamtvolumen von 51 Mio. Euro aus EFRE-Mitteln unterstützt wurden“, so Eichtinger. Die NÖ.Regional unterstützt im Bereich INTERREG mit dem Projekt „Connecting Regions (ConnReg AT CZ und SKAT“ und dem Folgeprojekt „RegioCoop SKAT“ Kommunen, Kleinregionen und regionale Initiativen bei ihren Aktivitäten hinsichtlich grenzüberschreitender Vernetzung. 

Kleinprojektefonds Österreich-Tschechien schreibt blau-gelbe Erfolgsgeschichte

Von der NÖ.Regional abgewickelt, ermöglicht der Kleinprojektefonds durch seine finanzielle Unterstützung bilaterale Kleinprojektarbeiten von Gemeinden, Vereinen und gemeinnützigen Organisationen. Er fördert die Begegnungen zwischen BürgerInnen über die Grenzen hinweg. Seit 2017 gibt es niederösterreichweit bereits 10 Einreichrunden mit 72 genehmigten Projekten, die 1,46 Mio. Euro EFRE-Fördergelder binden.  Für 21 Projekte flossen 440.000 Euro Fördermittel. Besonders erwähnenswertes Beispiel sei der Aufbau der Kooperation grenznaher Feuerwehren. Am 30. Juni 2021 endet die nächste Einreichfrist für den Kleinprojektefonds. Einreichhilfe bietet die  NÖ.Regional.

Förderanreize für Wohnbau – ländliche Regionen erwartet Bonus

Das Weinviertel sei ein Zukunftsviertel, da es viele junge Menschen anziehe. Die Region sei zum interessanten Lebens- und Wohnraum geworden, betont Landesrat Martin Eichtinger. Im Fokus stehe der geförderte Wohnbau. Hier möchte man besonders darauf achten, wohin sich dieser entwickeln muss. Gemäß der blau-gelben Wohnbaustrategie 2019 steht Neubau und Sanierung von Wohnbau am Programm. Besonders ländliche Regionen haben hier laut Eichtinger einen Bonus zu erwarten. Demnach winken bis zu 20 Prozent mehr Landesförderungen.

Als Anreiz für Bauen im Ortszentrum verspricht das Land hier bis zu 12.000 Euro mehr Förderung als in der Peripherie. Das Programm Junges Wohnen sei „eine großartige Förderung für die ersten vier Wände“. Leistbar gemacht wird dies mit einem geringen Eigenmittelanteil von maximal 4.000 Euro. Eichtinger: „Mittlerweile wurden 500 Anträge bewilligt, 229 haben bereits ihre Wohnungen bezogen“. Besonders erwähnenswert sei in diesem Zusammenhang der Bezirk Gänserndorf. Hier werde laut Eichtinger jede zehnte Wohneinheit errichtet. 

Heizkesseltausch-Förderung wird gut angenommen

Als wichtiges Thema im Energiesektor nennt Eichtinger das von Bund und Ländern organisierte Förderprogramm für Heizkesseltausch. Bis zu 8.000 Euro können Antragsteller an Förderungen erwarten. Im Weinviertel wurden bereits 977 Anträge für Heizkesseltausch gestellt und 2,5 Mio. Euro Fördergelder ausbezahlt. An dieser Stelle lobt Eichtinger die gute regionale Zusammenarbeit mit LAbg. Bgm. René Lobner.

Regionale Leuchtturmprojekte

Lobner wiederum bedankt sich beim NÖ.Regional Weinviertel-Team und bezeichnet dieses als „Fels in der Brandung“, da es die Kommunen sehr gut unterstütze. 

Lobner zählt Best Practice-Beispiele im Weinviertel auf:

  • Projekt Schüttkasten in Retz – das alte Gebäude wird in Kooperation mit der Donauuniversität saniert bzw. erneuert und soll zur Drehscheibe für Künstler und Handwerker werden. Kostenaufwand 2,8 Mio. Euro, hierfür werden 85 Prozent Fördermittel lukriert.
  • Das grenzüberschreitende Interreg-Projekt 3E-Morava Nature fördert die Erhaltung des Naturraumes und fördert die Biodiversität. Im Rahmen dessen wurde  das March-Thaya-Zentrum geschaffen, das vergangenes Jahr in Hohenau an der March eröffnet wurde. Ziel ist die Bewusstseinsschärfung für den besonderen Naturraum. Der neue Hotspot im Ortszentrum erfreue sich laut Lobner großer Beliebtheit. 
  • Der Auenlehrpfad in Marchegg ist ein Vorzeigeprojekt. „Die Landschaftspflege ist uns besonders wichtig“, sagt Lobner. Geboten werden hier Exkursionen und Fachtagungen. Der Austausch beteiligter Gemeinden spielt ebenso eine große Rolle.
  • Die Marchbrücke bei Marchegg für Fußgänger und Radfahrer findet laut Lobner großen Zuspruch und trägt zu einem regen grenzüberschreitenden Austausch bei. „Mehr als 60.000 Menschen queren jährlich die Brücke“, so Lobner.
  • Erfolgreich sei man mit der biologischen Gelsenregulierung in den March-Thaya-Auen. Sie erhöht die Lebensqualität in der Region entlang March und Thaya und wird vom NÖ Landschaftsfonds gefördert.
  • Besondere Freude bereitet die Aussicht auf die Landesausstellung 2022, die im Marchfeld über die Bühne gehen wird. Davon profitieren werden grenzüberschreitende Aktivitäten, Direktvermarkter und der sanfte Tourismus. Die Region Marchfeld biete als optimale Gegend entsprechendes Potential dafür.
  • Die Mobilität in der Region wurde mit dem Anrufsammeltaxi IST-Mobil verbessert. Das Projekt “Lisa macht mobil“ wird weiterentwickelt. Die Region bekomme eine zukunftsträchtige Mobilität mit carsharing, e-Bussen und Taktverdichtung. 

Maria Köhler

Am Bild: v.l.n.r. Walter Kirchler Geschäftsführer NÖ.Regional, LAbg. Bgm. René Lobner, Sylvia Hysek Büroleiterin Weinviertel NÖ.Regional und EU-Landesrat Martin Eichtinger.

Foto: NLK Filzwieser

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