Neuer Lernort in der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege in Stockerau

Gesundheits- und Krankenpflegepersonen sind zunehmend mit neuen und veränderten Arbeitsfeldern konfrontiert. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, wurde im neuen Gesundheits- und Krankenpflegegesetz und der dazugehörigen Ausbildungsverordnung der Weg zu einer generalisierten Grundausbildung beschritten. Dies bringt neue Herausforderungen mit sich. Zu vermitteln ist ein breitgefächertes fachliches Wissen, das den Auszubildenden und späteren Pflegekräften eine pflegerische Versorgung von Menschen ermöglicht, unabhängig von der Lebensphase, Situation und in unterschiedlichen Settings, wie beispielsweise Hauskrankenpflege, Langzeitpflege oder Akutbereich.

Damit dies gelingen kann, bedurfte es der Implementierung eines dritten Lernorts, also eines zusätzlichen Ortes der Bildung. Im ersten Lernort, der Gesundheits- und Krankenpflegeschule, steht die direkte wissensbasierte, forschungsorientierte sowie forschungsgeleitete Wissensvermittlung im Vordergrund.

Der zweite Lernort, die Praxis, ist der Ort des realen Handelns mit klinischen Entscheidungsfindungsprozessen und der Sozialisation mit dem Pflegeberuf. Lernen erfolgt hier durch Erklären, Vorzeigen, Nachahmen und Bewältigen konkreter Situationen. Durch die Verknüpfung von Theorie und Praxis werden die Auszubildenden an evidenzbasiertes Handeln herangeführt. Im Mittelpunkt steht der Erwerb einer handlungsbezogenen Lösungskompetenz.

Der dritte Lernort stellt einen abgegrenzten Bereich dar, der zwischen dem ersten und zweiten Lernort angesiedelt ist. Hier stehen die Förderung und Nutzung der Synergien zwischen Theorie und Praxis im Vordergrund. Durch diese enge Kooperation ist eine kontinuierliche Wissenszirkulation in alle Richtungen gewährleistet.  Im dritten Lernort haben die Auszubildenden die Möglichkeit, pädagogisch aufbereitete Situationen in einem geschützten Rahmen zu trainieren und zu reflektieren, bevor sie im realen Praxisfeld damit konfrontiert werden.

Bei Kaffee und Kuchen gab es am 18. Mai die Möglichkeit eines regen Austauschs der gesammelten Eindrücke. „Insgesamt ein gelungener Tag, der einen Einblick in die pädagogische Vielfalt und die komplexen Lernarrangements an der Gesundheits- und Krankenpflegeschule gewährte“, meint Michaela Renner, MSc, Direktorin der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege Stockerau.  

Der dritte Lernort im Detail

Der neue dritte Lernort ist in vier Räume unterteilt. Im ersten Raum wurde das Zimmer einer Wochenbettstation mit zwei lebensnahen Säuglingspuppen simuliert. Die BesucherInnen konnten sich hier auch über die Möglichkeiten der Aromapflege informieren und ausgewählte Produkte wurden präsentiert.
Im nächsten Zimmer wurde ein „Little Room of Horrors“ eingerichtet. Die BesucherInnen fanden eine Pflegesituation vor, die zahlreiche problematische Gegebenheiten beinhaltete. Interessierte konnten sich selbstständig auf Fehlersuche begeben und anschließend mithilfe einer Liste ihre Beobachtungen auf Vollständigkeit überprüfen. 

Im daran anschließenden Pflegeinterventionszimmer wurden verschiedene Simulationsmodelle gezeigt. Diese werden im Unterricht eingesetzt, um Situationen lebensnaher gestalten zu können. Im Mittelpunkt stand die Simulationspuppe „Nursing Ann“, an der zahlreiche, auch invasive Pflegemaßnahmen trainiert werden. Herzschlag, Puls und Atmung konnten von den Anwesenden beobachtet werden.

Das vierte Zimmer wurde als Wohnzimmer inklusive Pflegebett eingerichtet, um eine Situation ähnlich wie im Bereich der Hauskrankenpflege darzustellen. Komplettiert wurde dieses Setting durch eine geriatrische Pflegepuppe.

Zahlreiche Bilder von Übungssequenzen mit Auszubildenden und PädagogInnen veranschaulichten den BesucherInnen beim Rundgang durch die Zimmer die Unterrichtsgestaltung.

Foto: Pflegedirektor Erich Glaser, Akad.gepr.KH-Manager, Stv. Pflegedirektorin Melanie Mantler, MSc, Kaufmännischer Direktor Dipl.KH-BW Anton Hörth, Schuldirektorin Michaela Renner, MSc (v.l.n.r.) anlässlich der Eröffnung des dritten Lernorts

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