Tumorentfernung mittels Vereisung

Im Landesklinikum Korneuburg-Stockerau fand vor Kurzem die österreichweit erste Kryoablation einer Metastase eines Lungentumors statt.  Der Leiter des Instituts für Radiologie, Prim. Univ. Prof. Dr. Wolfgang Krampla, MBA dazu im Interview.

Die Kryoablation einer Tumormetastase an der Lunge ist ein erstmalig in Österreich angewandtes Verfahren. Wie ist diese Methode entstanden?

Im Landesklinikum Korneuburg-Stockerau liegt der Fokus der Methode „Kryoablation“ primär bei kleinen bis mittelgroßen Nierentumoren als sehr wenig invasive Technik mit Erhaltung des Organs sowie in der Behandlung von Lebermetastasen. In Zusammenarbeit und Absprache mehrerer Abteilungen wurde bei einem Patienten mit schwerer Erkrankung dieses schonende Verfahren der Entfernung von Metastasen eines sonst operativ entfernten Tumors nun erstmalig angewandt.

Für welche Tumorarten bzw. welche Patienten kann man dieses nun anwenden und kann man sie auch schon als standardisiertes Verfahren einsetzen?

Es gibt zahlreiche Voraussetzungen (wie beispielsweise Größe, Lokalisation, Infiltration in andere Strukturen), die für eine Anwendung der Kryoablation an der Lunge – wie auch an allen anderen Organen bei denen diese Methode eine Therapieoption darstellt –  erfüllt sein müssen. Eine Beurteilung kann hier immer nur im Einzelfall erfolgen. Diese Einschätzung sollte immer vom behandelnden Arzt ausgehen, der den Patienten und seine Erkrankung einfach am besten kennt. Derartige Entscheidungen werden im Tumorboard getroffen. Daran sind Spezialisten aus verschiedenen Fachrichtungen beteiligt, welche jeden Einzelfall besprechen und die verschiedenen Möglichkeiten gegeneinander abwägen. Daher ist diese Behandlungsmethode auch – im Gegensatz zu anderen Therapien – nicht für jede Patientin bzw. jeden Patienten gleichermaßen geeignet. Bei geeigneten PatientInnen handelt es sich hingegen um eine bereits etablierte Technik mit standardisierten Protokollen.

Was benötigt es um die Methode weiter zu verbreiten, die vielen Patienten Nutzen bringen kann?

Zuerst möchte ich sagen, dass ich die PatientInnen verstehe, deren Hoffnungen wir nun geweckt haben. Doch ich muss hier leider noch um etwas Geduld bitten, bis das Verfahren in Zusammenarbeit mit anderen Fachabteilungen bzw. Kliniken der NÖ LGA vielen PatientInnen angeboten werden kann. Bei Einzelfällen ist die Kryoablation eine Option der ersten Wahl, aber nicht die einzige.

Was sagen Sie zu dem großen Echo, das die Methode medial hervorgerufen hat?

Ich bin extrem stolz auf mein Team, dass wir diese Methode erstmalig erfolgreich anwenden konnten und freue mich damit unserem Patienten geholfen zu haben.

Foto: Primarius Univ. Prof. Dr. Wolfgang Krampla, MBA bei seiner Tätigkeit im Landesklinikum Korneuburg.

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