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Pillichsdorf hat gewählt: Drei Parteien mit gleicher Mandatsstärke News-Button

Pillichsdorf, am 25. März 2019


Pillichsdorf hat gewählt: Himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt

 

Wahlergebnis Pillichsdorf: Himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt
Insgesamt 82,58 Prozent beteiligten sich an der am vergangenen Sonntag stattgefundenen GR-Wahl, die aufgrund von Unstimmigkeiten im Gemeinderat um ein Jahr vorgezogen wurde. Die Ergebnisse sorgten bei den sechs teilhabenden Parteien für mehr als gemischte Gefühle. Einerseits sahen sich die „Gewinner“ in ihrem Tun von den WählerInnen bestätigt, andererseits erfordern die herben Tiefschläge bei den „Verliererparteien“ eine Umorientierung. Fest steht, dass die kommende Periode sechs Jahre lang dauert (nächste GR-Wahl 2025) und somit auch die Tätigkeit in einer – noch nicht festgelegten – Konstellation im Sinne des Volkes.
ÖVP- trotz Massiv-Verlust immer noch an der Spitze
Bgm. Franz Treipl: „Von den neun Mandaten haben sich fünf ehemalige ÖVP-Gemeinderäte abgespalten, in der Hoffnung selbst Bürgermeister zu werden. Sonst war da keine andere Motivation dahinter. Wer nach Wernhart und Kaudela  bei der Liste „WIR für Pillichsdorf“ aufgrund der internen Hackordnung übrig bleibt, werden wir sehen. Die Original ÖVP dagegen steht ganz knapp vor einem sechsten Mandat, was Pillichsdorf wieder Frieden bringen wird“.
Die Bevölkerung habe – wie Treipl meint - der Original ÖVP Pillichsdorf das Vertrauen gegeben, „weil wir bisher gearbeitet haben und die Leistungsträger der ÖVP Pillichsdorf sind. Nicht nur in der Partei bekleiden wir die Schlüsselpositionen, sondern auch im tatsächlichen Leben. Mit dem Wahlergebnis sind wir sehr zufrieden, weil eine vernünftige Koalition gebildet werden kann“.
Die Erwartung der angestammten ÖVP war, stimmenstärkste Partei zu bleiben. Treipl: „Als Erstgereihter ist unser klarer Auftrag, eine für Pillichsdorf vernünftige Koalition zu bilden. Dies rasch und unkompliziert mit einem seriösen Partner. Als Original ÖVP-Gemeinderat strebt man nicht die eigene Wunschvorstellung an, sondern die beste Konstellation für Pillichsdorf. Erst nach den Koalitionsverhandlungen wird sich das herausstellen“.
SPÖ – Gewinner à la longue
Mit einem Mandatszugewinn von drei auf fünf und dem zweitstärksten Stimmergebnis (213) gehen die Sozialisten wohl als größte Gewinner aus dieser Wahl und überhaupt aus ihrer GR-Ära seit 2010 hervor. Im Gegensatz zur ÖVP, die seit 2010 ihre Stimmen um weit mehr als die Hälfte reduzierte (2010: 542, 2015: 407, 2019: 254), konnte die SPÖ kontinuierlich zulegen (2010: 141, 2015: 142, 2019: 213).
Trenker: „Ich glaube, dass wir den Wählerinnen und Wählern glaubhaft vermitteln konnten, dass wir in der Vergangenheit eine besonnene und sachorientierte Politik für BürgerInnen gemacht haben und auch im Wahlkampf fair und sachlich geblieben sind. Wir haben die Bevölkerung über die gesamte Periode hinweg regelmäßig über unsere Aktivtäten und Ideen informiert, sodass sie sich bereits im Vorfeld der Wahlen ein klares Bild über unsere Arbeit machen konnten.
Wir haben versucht an Hand von Fakten zu informieren und haben uns auch durch demagogische Angriffe anderer Parteien nicht provozieren zu lassen. Daneben hat das verjüngte engagierte Team, bei dem ich mich für seinen beherzten Einsatz bedanken möchte, offensichtlich die Akzeptanz der Bevölkerung gefunden. Wir freuen uns natürlich über die gestärkte Position, die uns die Wählerinnen und Wähler zugedacht hat und wollen natürlich dieses geliehene Vertrauen entsprechend rechtfertigen. Aufgrund der nunmehrigen Pattstellung zwischen drei Parteien wird es darum gehen, sich verlässliche Partner zu suchen, mit denen möglichst viele unserer Zukunftsprojekte konsequent und zeitnah umgesetzt werden können“.
Bezirksparteivorsitzende Nationalrätin Melanie Erasim gratulierte: „Ein sensationelles Wahlergebnis, das widerspiegelt, was ich bei den vielen Besuchen miterlebt habe. Die PillichsdorferInnen haben sich für seriöse Arbeit und Beständigkeit in der Politik entschieden und gegen Querelen.“
Landesgeschäftsführer Wolfgang Kocevar gratuliert: „Ich freue mich, dass unser Spitzenkandidat Erich Trenker mit seinem Team dazugewinnen konnte. Es zeigt sich, dass Engagement und gute Arbeit von den WählerInnen honoriert wird. Danke unserem Team in Pillichsdorf für den Einsatz und viel Erfolg für ihre zukünftige Arbeit!“
Foto:  Das SP-GR-Team mit NRin Erasim: Gabriele Müllebner, Karin Forster, Erich Trenker, NR Melanie Erasim, Daniel Stokic, Roman Treipl

WIR für Pillichsdorf – Senkrechtstarter auf VP-Basis
Mit dem drittstärksten Wahlergebnis von 212 Stimmen geht die neu gegründete Liste „WIR für Pillichsdorf“ als Gewinner hervor. Listensprecher Rainer Wernhart bringt die Freude der „Senkrechtstarter“ auf den Punkt: „Wir freuen uns, es gibt keine Partei, die mehr Mandate als wir erreicht hat. Wir sind somit ganz vorne mit dabei. Es haben zwar zwei Parteien mehr Stimmen, aber wir haben unser Ziel auf jeden Fall erreicht. Wir sind bezüglich Konstellation gesprächsbereit. Wir haben ein gutes Team und haben den PillichsdorferInnen ein gutes Angebot gestellt, die haben es offensichtlich angenommen“.
Auch Spitzenkandidat Rudolf Kaudela ist in Jubelstimmung: „Unser gestecktes Ziel von fünf Mandaten haben wir erreicht, somit sind wir sehr zufrieden. Wir wollen am politischen Auftrag des Wählers in Zukunft weiterarbeiten. In welcher Konstellation wird sich noch herausstellen. Dazu ist es derzeit noch zu früh“. Wie Kaudela betont, sei eine Mandatsmehrheit alleine nicht ausschlaggebend für eine künftige Stabilität. In den nächsten Tagen folgen Gespräche, wie man sich die Zukunft Pillichsdorfs vorstelle.
Liste Ui – Unabhängige Initiative zweifelt an der Akzeptanz von „sauberer Wahlkampfarbeit“
Spitzenkandidat Bruno Mittermair kann seine Enttäuschung über das Wahlergebnis (128 Stimmen) nicht verbergen. Von fünf auf drei Mandaten reduziert, bleibt der in der letzten GR-Periode zweitstärksten Partei nichts anderes übrig als das Wahlergebnis zur Kenntnis zu nehmen. Mittermair: „Wir haben versucht, einen positiven Wahlkampf zu führen, das ist leider nicht aufgegangen. Jeder 6. hat uns gewählt. Mit diesem Ergebnis können wir nicht zufrieden sein. Für uns heißt es, sich umorientieren. Unser Auftrag ist nicht mehr ein gestalterischer, sondern ein kontrollierender“.
MHUM: Wählervotum unklar
Die Liste „MHUM – Mit Herz und Mut für Pillichsdorf“ schaffte es bei der GR-Wahl 2015 mit zwei Mandaten in den Gemeinderat. Das diesjährige Wahlergebnis brachte 60 Stimmen, was den Mandatsstand auf eins herabsetzt. Für Spitzenkandidatin Doris Luser-Choukèr ziemlich unverständlich: „Das Wähler-Votum war selten unklarer als dieses Mal. Franz Treipl verliert schon wieder vier Mandate. Wenn sich die Bürger nicht informieren, dann werden sie eben manipuliert. Für mich war das ein Déja-vù zu einer Präsidentschaftswahl aus Übersee“.  Wie nun der Auftrag der Liste MHUM lautet, kann Luser-Choukèr noch nicht sagen.
FPÖ wird GR-extern kontrollierend auf die Finger sehen
Wie das Wahlergebnis zeigt, können sich in Pillichsdorf offenbar noch nicht sehr viele MitbürgerInnen mit einer FPÖ-Ortspartei anfreunden. Mit nur 30 Stimmen erreichte man kein Mandat und kann somit auch nicht am GR-Tisch Platz nehmen. FP-Bezirksparteiobmann Michael Bernard ist dennoch zukunftsmotiviert und sieht die Dinge realistisch: „Wir Freiheitliche sind in Pillichsdorf zum ersten Mal mit Patrick Findeis, einem noch sehr jungen, dafür umso motivierteren Kandidaten angetreten. Auch wenn es für den Gemeinderat noch nicht gereicht hat, gilt es jetzt umso mehr die Ärmel hochzukrempeln, den anderen Parteien auf die Finger zu schauen und gemeinsam mit der Bevölkerung für ein lebenswertes Pillichsdorf zu arbeiten. Wir Freiheitliche haben immer ein offenes Ohr für die Bürger und werden uns jedem Anliegen annehmen, das an uns herangetragen wird“. 
Maria Köhler

 

OEVP UI

Die SPÖ jubelt über die zwei zusätzlichen Mandate.

Das SPÖ-GR-Team mit Nationlrätin: Gabriele Müllebner, Karin Forster, Erich Trenker, NR Melanie Erasim, Daniel Stokic, Roman Treipl

WIR FPOE

Die VP-Liste „WIR für Pillichsdorf“ schaffte mit gleich fünf Mandaten den Einzug in den Gemeinderat.

Die ÖVP verlor 4 Mandate.

 


 

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