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Gänserndorf: ÖVP, SPÖ und FPÖ beschließen Widmung für Einkaufszentrum am Stadtrand Gänserndorf, 30. September 2019

Gänserndorf: ÖVP, SPÖ und FPÖ beschließen Widmung
für Einkaufszentrum am Stadtrand

Hier im Gänserndorfer Rathaus fand die letzte Gemeinderats-Sitzung statt.

Widmung des Fachmarktzentrums beschlossen

Mit den Stimmen von ÖVP, SPÖ und FPÖ hat der Gemeinderat von Gänserndorf in der jüngsten Sitzung die umstrittene Widmung des Fachmarktzentrums an der B8/Siebenbrunnerstraße (Deichmann, etc.) beschlossen. Einzig die Grünen haben sich explizit von der Umwandlung der Peripherie in eine „Zentrumszone“ ausgesprochen.
Den entsprechenden Punkt in der Tagesordnung nutzte Bgm. René Lobner zunächst zu einer Generalabrechnung mit der RUNDschau-Berichterstattung zu diesem Thema.

Vor allem, dass bei uns geschrieben stand, die Wirtschaftskammer habe eine negative Stellungnahme abgegeben, stieß dem Stadtchef sauer auf. Tatsächlich hat Wirtschaftskammer-Bezirksstellenleiter Thomas Rosenberger am 31. Juli bei der RUNDschau angerufen und in einem fast 15minütigen Gespräch angekündigt, die Kammer werde sich gegen die Widmung aussprechen.

Eine Aussage, die wir für bare Münze genommen haben, zumal es keine weitere Kontaktaufnahme seitens der Wirtschafts-Pflichtvertretung gegeben hat.

Wirtschaftskammer sieht keine Gefahr für die Bahnstraße

Tatsächlich hat die Kammer dann gar keine Stellungnahme abgegeben. Rosenberger meint, auf diesen Umstand angesprochen, er habe nach der RUNDschau noch mit Bgm. Lobner und Karl Ungersbäck von der Wirtschaftskammer NÖ telefoniert und sei zur Ansicht gelangt, dass diese Widmung kaum Auswirkungen auf das Zentrum (vor allem die Bahnstraße) haben werde.

Bei der Gemeinderatssitzung selbst haben sich dann ausschließlich die Grünen explizit gegen die Umwandlung der Peripherie zum Zentrum per Beschluss ausgesprochen (siehe dazu die Aussendung weiter unten).

Die SPÖ zeigte sich in ihrem Abstimmungsverhalten konsistent. Bereits vor fünf Jahren (noch unter ihrem Bürgermeister Kurt Burghardt) haben die Sozialdemokraten einen ähnlichen Vorstoß für das Gebiet rund um den SPAR-Markt gestellt. Dieser wurde – nicht ganz überraschend hat der amtierende Bürgermeister einen besseren Draht zum Land – damals von der Raumordnungsabteilung der Landesregierung abgeschmettert.

Die FPÖ stimmte mit ÖVP und SPÖ, die beiden „Einzelkämpfer“ im Gemeinderat, Siegfried Junger und Walter Krichbaumer, enthielten sich der Stimme (was nach der Gemeindeordnung einer Ablehnung gleichkommt), weil die Zeit für eine Lektüre der Unterlagen nicht ausreichend gewesen sei.

Lobner glaubt nicht an Kaufkraftabflüsse aus dem Zentrum

Die Umwidmung würde – so Bgm. Lobner – den Branchenmix in Gänserndorf insgesamt verbessern. Unter anderem sei die Ansiedlung eines Sportartikel-Marktes (HERVIS) fix. Außerdem würde die Vergrößerung – bis zur Wiese gegenüber der Volksschule – das gesamte Gebiet massiv aufwerten.

Zur Schule hin würden ausreichend Lärmschutzmaßnahmen vorgeschrieben, das Dach müsse begrünt werden und pro vier Parkplätzen muss der Betreiber des neuen Zentrums einen Baum pflanzen.

Kritik gab es von Lobner auch daran, dass sich das werbe-team (übrigens ebenso wie vor fünf Jahren) gegen die Umwidmung ausgesprochen habe. Die Mitglieder des werbe-teams seien – so Lobner – vielfach nicht gegen die Umwidmung. Der Bürgermeister glaubt nicht, dass die neuen Einkaufstempeln große Kaufkraftabflüsse aus dem Zentrum nach sich ziehen werden.


Kommentar
von Willi Weiser

Erwartungsgemäß beschlossen hat der Gemeinderat also die Umwidmung des Fachmarktzentrums Bodenzeile (Deichmann, etc.) zur Zentrumszone. Damit kann dort also ein großer Shopping-Tempel errichtet werden.

Ein MERKUR-Markt soll – dem Vernehmen nach - ebenso entstehen, wie ein HERVIS-Sportshop. Was mit den bestehenden Mietern passiert, ist nicht bekannt. Die werden aber wohl durchaus an einer Aufwertung „ihres“ Zentrums interessiert sein.

Die Gretchenfrage ist indes, welche Auswirkungen das erweiterte Angebot an der Peripherie auf das Zentrum, besonders die Bahnstraße, haben wird. Erfahrungen in vergleichbaren Städten (Mistelbach, Bruck/Leitha) zeigen, dass sich attraktive Einkaufsmöglichkeiten außerhalb der Zentren – teilweise extrem – negativ auf den Branchenmix derselben ausgewirkt haben.

Deshalb hat das Land seinerzeit auch beschlossen, großflächige Anbieter nur mehr in Zentrumslagen zuzulassen. Was eine Zentrumslage ist, darüber scheiden sich – wie im konkreten Fall – die Geister.

Grundsätzlich hat der Mensch natürlich am liebsten immer Recht. Im konkreten Fall wünsche ich mir – als alteingesessener Gänserndorfer – von ganzem Herzen, dass nicht ich, sondern Bürgermeister Lobner Recht behält.

In ein paar Jahren wissen wir mehr.


Grüne gegen Umwidmung
Nachfolgend eine Aussendung der Gänserndorfer Grünen

In der Sitzung des Gänserndorfer Gemeinderates wurde „grünes“ Licht für ein weiteres Einkaufszentrum am Rand der Stadt gegeben – allerdings nicht von den GRÜNEN.

Möglich wurde dieses Projekt durch umfassende Änderungen im Flächenwidmungsplan der Gemeinde. Trotz der Auflage der Unterlagen während der Sommerferien gab es reges Interesses an den Plänen, das sich auch in diversen Stellungnahmen widerspiegelte.

Bisher war das Zentrum rund um die Bahnstraße, die die eigentliche Einkaufsstraße ist, und die Hauptstraße, angesiedelt. Jetzt wurde diese Zentrumsfläche mindestens verdoppelt. Was vorher als Randbereich bezeichnet worden ist, wurde zum Zentrum umbenannt. Nur dadurch ist es möglich geworden ein Einkaufzentrum in diesem Gebiet anzusiedeln, dessen Handelsfläche, rein formal keinerlei Größenbeschränkung unterliegt.

Das Aushungern der Geschäfte im natürlich gewachsenen Stadtzentrum wird als Stärkung des Wirtschaftsstandortes verkauft. Kaufkraftabfluss dürfte ein Fremdwort sein. Denn nicht nur die Menschen, die die Bahnstraße fußläufig erreichen könnten, werden bald bemerken, dass sie im neuen Einkaufzentrum wirklich alles bekommen, was sie brauchen.

Das Einkaufzentrum wird Richtung Kreisverkehr ausgerichtet, der Parkplatz dementsprechend großzügig gestaltet. Ein Einkaufstempel für Autofahrer.

Fast scheint es, als wäre die Diskussion rund um den Klimawandel an der Gänserndorfer Gemeindepolitik spurlos vorübergegangen. So kann man sich in Gänserndorf … ein schönes Bild darüber machen, wie die einzelnen Parteien tatsächlich zum Klimaschutz stehen.

Im selben Atemzug mit dem Bekenntnis zum Klimaschutz werden hier Fakten geschaffen. Weiter geht’s mit Flächenverbrauch und der Förderung des motorisierten Verkehrs.

Traurig für eine Bezirkshauptstadt, die eigentlich Vorbild sein könnte.

Einen kleinen Einblick in die letzte Gemeinderatsitzung finden sie auch unter
https://bezirkgaenserndorf.gruene.at/themen/gemeindegruppen/warum-zentrum-nichts-mit-zentral-zu-tun-hat


Im Bild: Rathaus Gänserndorf, hier finden die Gemeinderatssitzungen statt. Foto: zVg

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