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Schweinbarther Linie: Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld?
Weinviertel , 23. März 2020

Corona - Ein einziges Virus mit riesigen Auswirkungen. Globaler Notstand hat auch das Weinviertel fest im Griff

Zum Stillstand gekommen ist das öffentliche Leben in den letzten Tagen durch die Verbreitung des Corona-Virus. Das hat Auswirkungen auf das Leben jedes einzelnen Bürgers. Auf dieser, sowie den Seiten 9, 10 und 15 finden Sie Informationen, die speziell das Weinviertel und Marchfeld in der Krise betreffen.

Gesellschaftsleben steht still
Während im Gesundheits-, Versorgungsund Sicherheitsbereich die Systeme auf Hochtouren laufen, stehen im Freizeitbereich die Räder still. Sport und sonstige Aktivitäten in Vereinen sowie Wettbewerbe oder Turniere sind ebenso untersagt, wie Musikveranstaltungen, Kurse und Workshops. Monatelang mühsam einstudierte Theaterstücke kommen nicht zur Aufführung und werden Zeit verschoben. Tourismus- Hotspots wie Schlosshof haben bereits geschlossen. Ob das Museumsdorf Niedersulz die für 11. April geplante Saisoneröffnung feiern kann, bleibt dahingestellt. Auf derartige Vergnügen, aber auch auf Reisen werden wir wohl in nächster Zeit verzichten müssen, denn seit Anfang der Woche haben - wie auch die meisten anderen Geschäfte - die Reisebüros geschlossen. Die Menschen sind angehalten zu Hause zu bleiben oder höchstens sich in der Natur die Beine zu vertreten. Am besten allein oder mit den Personen, die im gemeinsamen Haushalt leben.
Die Verordnung – so der Gänserndorfer BH-Stv. Wolfgang Merkatz – sei vorerst einmal bis 3. April gültig. Ausgenommen sind in diesem Gesetz Zusammenkünfte allgemeiner Vertretungskörper der Organe der Gebietskörperschaften des öffentlichen Rechts, Organe des Sicherheitsdienstes, Bundesheeres, Rettung und Feuerwehr. Ebenso Einrichtungen zur Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung und Einrichtungen im Zusammenhang mit der Aufrechterhaltung der Grundbedürfnisse. Warum nun das Coronavirus in manchen Gebieten verstärkt auftritt und in anderen weniger, lässt sich laut BH Martin Steinhauser nicht wirklich erklären. „Fakt ist, dass sich in Niederösterreich derzeit die Infektionsketten fast lückenlos darstellen ließen. NÖ hat frühzeitig mit Maßnahmen (Quarantäne) begonnen“, so Steinhauser. Im Bezirk Gänserndorf wurden bis 18. März zwei Corona-Fälle im Marchfeld bestätigt. Sollten im Bezirk schwere Fälle auftreten, so werden diese ins Kaiser Franz Josef Spital eingeliefert. Sollte Wien überlastet sein, kämen die PatientInnen ins Landeskrankenhaus Melk.

Korneuburger Bürgermeister ist ebenfalls betroffen
Der Bezirk Korneuburg zählt zu den am meisten betroffenen Bezirken in NÖ. Hier wurden mit Stand 18. März 46 Menschen gemeldet die sich mit dem Corona-Virus COVID-19 infiziert habe. Darunter auch der Bürgermeister von Korneuburg Christian Gepp. Der nun mit Familie zu Hause in Quarantäne ist. „Normalerweise würde ich mit diesen Anzeichen nicht einmal zum Arzt gehen“; so der Bürgermeister. „Angesichts der Coronakrise habe er sich dann testen lassen.
„Ich bin ja normalerweise mit vielen Men­schen in Kontakt.“ Auch sei er nach seinem Kurzurlaub nicht mehr ins Gemeindeamt gegangen. „Das Risiko dort jemanden an­zustecken wär zu groß gewesen.“
Auch in Großmugl sitzt Bürgermeister Karl Lehner bereits seit 14 Tagen in Quarantä­ne. Mitarbeiter des Gemeindeamtes hat­ten Kontakt mit einem Corona-Erkrankten und wurden umgehend in Quarantäne geschickt.
Generell hat man die Krankheit im Bezirk Korneuburg gut im Griff. Hier wurden die ersten Fälle in NÖ gemeldet und ab dem Zeitpunkt wurde alles versucht um die Ausbreitung zu verhindern. Der Anstieg konnte einigermaßen eingedämmt wer­den. „Sonst würden wir auch wie z.B. in Tirol zu den stark betroffenen Gebieten gehören!“, so ein Insider. Doch noch ist nichts vorbei. Sorgen bereiten heimge­kehrte Schifahrer die das Virus in den Be­zirk mitbringen könnten wie es Christian Gepp passierte.

Ansturm auf das Arbeitsamt
Ansturm herrscht wie im übrigen Österrei­ch in der AK und im AMS. Alfred Jordan, Leiter der AKNÖ in Korneuburg, die den Parteienverkehr ebenfalls ausgesetzt hat: „In den letzten Tagen gab es wahnsinnig viele Anfragen von Dienstnehmern. Zu 99 % wegen Coronavirus und Arbeitsplatz. Quasi alle Mitarbeiter, die teilwiese schon von zu Hause arbeiten, waren im Einsatz um telefonisch oder per e-Mail Fragen zu beantworten.“
In vielen Anfragen ging es um die Auflö­sung von Dienstverhältnissen die an die Arbeitnehmer herangetragen wurden. „Auf keinen Fall sollte man in eine ein­vernehmliche Auflösung einwilligen“, so Alfred Jordan, „besser sich mit dem Ar­beitgeber auf Kurzarbeit oder sonstige Lö­sungen einigen.“ Viele Fragen kamen auch wegen Quarantäne, Pflegbetreuung. Ter­mine, wie z.B. Hilfe bei der Arbeitnehmer­veranlagung werden auf unbestimmt ver­schoben.
Auch beim AMS Korneuburg liefen die Te­lefone heiß. „Der Anstieg an Arbeitslosen­meldungen ist auch bei uns zu bemerken. In den letzten Tagen waren es an die 200 [16. März]“, so AMS Korneuburg-Chef Man­fred Nowak. „Die Kollegen sind sehr unter Druck!“. Parteienverkehr gibt es keinen mehr alles wird ebenfalls per Telefon oder Mail abgewickelt.
Anfang voriger Woche, nach Bekanntgabe der Maßnahmen durch die Bundesregie­rung gab es auch gleich ein Arbeitsge­spräch zwischen AMS, Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer im Bezirk um sich zu koordinieren.



Bevölkerung hält sich an Anweisungen
Die Verschärfung der Corona-Situation ruft auch die Polizei auf den Plan. Die Regierung verordnete u.a. intensivere Be­streifung bei Lebensmittel-Supermärkten, wo es zu höherem Menschenauflauf kom­men könne. Generell gäbe eine höhere Polizeipräsenz im öffentlichen Bereich. Bis jetzt kam es im Bezirk Gänserndorf zu keinen Corona-Einsätzen, bestätigt Heinz Holub, Pressesprecher der Landespolizei­direktion. Das bestätige, dass sich die Be­völkerung an die Anordnungen halte.
„Streifentätigkeit und Außenpräsenz wurde erhöht und im Rahmen des Strei­fendienstes wird die Überwachung durch­geführt. Bei Auftreten von Menschengrup­pen, zum Beispiel vor einem Supermarkt, wird kontrolliert“, sagt Holub. Ebenso bei Spiel- und Sportplätzen. Beachtung finden werden auch Jugendliche, die in Gruppen auftreten. Auch hier werde die Polizei informierend eingreifen und zur Auflö­sung der Gruppenbildung auffordern. Bei Nichtbeachtung werde es wegen Verwal­tungsübertretung Konsequenzen geben.
Entgegen anderslautenden Gerüchten, gab im Bezirk Korneuburg kein Eingreifen der Polizei in oder bei Supermärkten ob­wohl es auch hier zu Hamsterkäufen kam. „Ich hoffe, dass es auch so bleibt!“, so Be­zirkspolizeikommandant Siegfried Krische. „Auch sonst gab es bis 17. März keine großen Vorfälle „Die Leute sind vernünftig und halten sich an die Maßnahmen. Wir kontrollieren natürlich nun vermehrt.“
Bezirkspolizei-Kommandant Florian La­dengruber aus Mistelbach berichtet von „bisher noch keinen akuten Vorfällen im Bezirk Mistelbach, die ein Einschreiten der Polizei aufgrund des Corona Virus notwen­dig gemacht hätten.“ Die Polizei schaue in erster Linie verstärkt präsent zu sein und den Menschen zu helfen.
„Wir sind ja immer für die Menschen da und helfen, nicht nur in Krisenzeiten“, so Ladengruber. Weder mussten Menschen­ansammlungen aufgelöst werden, noch die Heim-Quarantäne oder Ausgangssper­re kontrolliert werden.

Korneuburg in „Führung“
Bis 17. März wurden im Bundesgebiet 1.482 Personen aufgrund eines Verdachts auf das Coronavirus getestet, wie der NÖ Sanitätsstab informierte. Von diesen Ver­dachtsfällen waren 1.155 negativ.
Die zu dem Zeitpunkt 181 bestätigten positiven Fälle in NÖ verteilen sich auf die Bezirke Korneuburg (43), Amstetten (31), Tulln (28), Mödling (21), St. Pölten Land (14), Mistelbach (7), Bruck/Leitha (7), Neunkirchen (7), Baden (4), Krems (4), Lilienfeld (4), Melk (3) sowie je zwei Fälle in den Bezirken Gänserndorf, Hollabrunn und Scheibbs. Einen Fall gibt es je in den Magistraten Krems Stadt und Wiener Neustadt.
Laut Landessanitätsdirektion ist bei Auf­treten von Symptomen die Gesundheits­hotline 1450 zu kontaktieren, für allge­meine Anfragen zum Coronavirus steht die Hotline der AGES (0800 555 621) zur Verfügung. Weitere Infos: www.noel.gv.at


Hannes C. Huber / Maria Köhler / Willi Weiser


Am Bild: Blut rettet Leben – das gilt auch in besonderen Situationen. Nach wie vor sind viele Menschen auf Blutspenden angewiesen, daher finden Blutspendeaktionen des Roten Kreuzes und der Blutbanken St. Pölten und Mistelbach weiterhin statt. Der Zivilschutzverband unterstützt aktuell die Blutspendezentrale und das Rote Kreuz NÖ, zahlreiche Aktionen in den Gemeinden durchzuführen, die wegen der Corona-Krise sonst ausgefallen wären. Grundsätzlich gilt: Sicherheit an erster Stelle.
Foto: zVg

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