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Eklat in der SPÖ Matzen: Bürgermeisterin Weber geht ihre eigenen Wege
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Matzen, 7. November 2019

Eklat in der SPÖ Matzen: Bürgermeisterin Weber geht ihre eigenen Wege

Kurz vor der nächsten Gemeinderatswahl brechen in der sozialdemokratischen Politszene in Matzen alle Dämme. Bürgermeisterin Claudia Weber kehrt der Ortspartei den Rücken und gründet die neue Liste „Bürgermeister Claudia Weber“. Beim Auszug aus den roten Reihen ist Weber nicht allein. Mit ihr gehen auch die Gemeinderäte Elisabeth Weinhold, Rainer Naxer, Karl Leibrecht und Ortsvorsteher Christian Göschl (Klein-Harras).
Die parteiinterne Situation – so die Bürgermeisterin – sei schon seit längerer Zeit unerträglich. Immer wieder kam es zu Querelen und persönlichen Untergriffen, nachdem Weber heuer aufgrund ihrer Unterzuckerung einen Unfall mit Schädelbruch erlitt. Drei Wochen war sie außer Gefecht gesetzt. Dann habe sie bereits vom Krankenbett aus wieder ihre Arbeiten aufgenommen. Mittlerweile sei Weber wieder vollkommen genesen und fähig, die Bürgermeisteragenda zu führen. Die Parteikollegen sind da offensichtlich anderer Meinung. Jedenfalls verbreite man laut Weber im Ort das Gerücht, dass die Orts-Chefin aus gesundheitlichen Gründen nicht handlungsfähig sei. „Was nicht stimmt“, so Weber.

Weber verlässt die SPÖ und macht ihr eigenes Ding
Letztendlich habe Bgm. Weber erkannt, dass es innerparteilich keinen Konsens gibt. Daraufhin habe sie schweren Herzens den Schlussstrich gezogen und gemeinsam mit den erwähnten vier Parteikollegen die SPÖ verlassen. Nun agiert sie als parteilose Bürgermeisterin, die im Jänner mit der neu gegründeten Liste „Bürgermeister Claudia Weber“ als Spitzenkandidatin in die GR-Wahl ziehen will. Mit dem Ziel, „auch weiterhin eine Bürgermeisterin zu bleiben, die nicht in eigener Sache agiert, sondern für die Bevölkerung da sein will“.
Claudia Weber ist zuversichtlich, dass ihr Vorhaben gelinge. Denn sie könne auf eine erfolgreiche Amtszeit seit 2015 verweisen, wo sie erstens die Gemeinde von schwarz auf rot gedreht und zweitens die damalige Konsolidierungsgemeinde wieder in einen Sollüberschuss geführt habe. Das Volk scheint dies zu respektieren, denn – wie Weber meint – kamen unmittelbar nach ihrem Parteiaustritt viele positive unterstützende Rückmeldungen. „Überraschenderweise auch von Menschen, von denen ich es nicht vermutet hätte“, so Weber.

Renner: „Weber hat mich zutiefst enttäuscht“
3. Landtagspräsidentin Karin Renner ist von den Socken. Seit zehn Jahren persönlicher und intensiver Betreuung der SPÖ Matzen steht diese nun ohne Spitzenkandidat da. Renner: „Wir haben so viel Arbeit in Matzen hineingesteckt. Unterstützung kam von der Bezirkspartei und vom Gemeindevertreterverband. Ich selber war ständig anwesend und habe Weber geholfen, wo ich nur konnte. Nun nach neun Jahren unangekündigt das Handtuch zu werfen, ist hanebüchen“.
So eine Vorgehensweise habe es – wie die Landtagspräsidentin verärgert feststellt - noch nie gegeben. Den innerparteilichen Hick-Hack möchte Renner nicht kommentieren. Sehr wohl aber kritisiert sie, dass Weber als Parteichefin in der eigenen Partei vermitteln hätte müssen. Die letzte vermittelnde Sitzung mit dem Gemeindevertreterverband hätte eine Chance geboten, denn auch Renner war anwesend, um schlichtend einzugreifen. Doch dazu ist es nicht gekommen, sagt Renner, denn Weber habe ohne Vorwarnung einfach ihren Rücktritt bekanntgegeben und sei von dannen gezogen.

SPÖ-Team verweist bezüglich Kommentar auf Bezirksorganisation
Die Stimmung im Volk sei laut Landtagspräsidentin Karin Renner nicht gerade gut, man goutiere Webers Entschluss keinesfalls. Mittlerweile wurde im roten Haus wieder ein neues Team aufgestellt. „Es sind sehr gute Leute“, sagt Renner, mit denen die SPÖ Matzen die Wahl bestreiten wird. Bezüglich der Vorkommnisse wollten die beiden Geschäftsführenden Gemeinderäte Sabine Mantler und Friedrich Kainz keinen Kommentar abgeben. Dieser soll demnächst von der Bezirksorganisation kommen.

ÖVP sieht nun Chance auf ersten Platz
Dass die SPÖ in Matzen nun mit zwei getrennten SPÖ-Listen antritt könnte unter anderem der ÖVP helfen. Deren Gemeindepartei-Obmann, Gemeinderat Stefan Flotz sieht zwar eine Krise in der SPÖ Matzen, die Ursachen will er aber nicht kommentieren: „Das muss die SPÖ in Matzen intern klären. Wir halten uns aus der Streiterei heraus. Uns sind ja nicht mal die genauen Ursachen bekannt, warum es zu solch heftigen Reaktionen innerhalb der SPÖ Matzen kam.“
Dass die Spaltung der SPÖ für die ÖVP in Matzen nun eine große Chance beinhaltet, verneint er nicht: „Natürlich hat jede Partei den Wunsch, den ersten Platz zu erreichen. Das kann jetzt eine große Chance für uns sein. Die Bürger wünschen sich Stabilität, nicht Streit. Schauen wir aber zunächst einmal, wie der Wähler entscheidet.“
Die Bürger sollen laut Flotz überlegen, ob sie lieber Streit oder Stabilität wollen: „Die ÖVP Matzen hat in den letzten fünf Jahren ein kräftiges und stabiles Team aufgebaut. Wer auch immer nach der Wahl in den Gemeinderat gewählt wird, wir werden mit allen Parteien über eine künftige Zusammenarbeit sprechen. Die Zukunft in Matzen soll für alle Bewohner vorteilhafter werden. Da ist uns irgendein Streit in anderen Parteien nicht wichtig. Wir stehen für die gewünschte Stabilität“, so ÖVP Gemeinderat Stefan Flotz.
Maria Köhler und Hannes Huber

Am Bild: Claudia Weber (SPÖ), amtierende Bürgermeisterin von Matzen, tritt bei der nächsten Wahl mit eigener Liste an.
Foto: zVg

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