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Bürgermeister Robert Freitag wirft das Handtuch! News-Button

Hohenau, am 25. Jänner 2019

Bürgermeister Robert Freitag wirft das Handtuch!

Wie die RUNDschau bereits auf „www.die-rundschau.at“ berichtete, wurde von ÖVP und SPÖ gegen den Hohenauer SP-Bürgermeister Robert Freitag ein Misstrauensantrag gestellt. Am vergangenen Montag hätte Freitag in einer Gemeinderatssitzung mit den Vorwürfen konfrontiert werden sollen. Doch soweit sollte es nicht kommen. Noch am Sonntag davor legte er sein Bürgermeisteramt zurück. Auch die Arbeit im Gemeinderat ist für ihn Geschichte.
Wie der langjährige Ortschef mitteilt, habe er sich in den 15 Jahren seiner Amtszeit mit bestem Wissen und Gewissen um die Belange des Ortes gekümmert. Er habe es nicht notwendig, über sich abstimmen zu lassen. Freitag habe sich mit Kollegen über die vorgeworfenen Punkte beraten, die – wie er meint – „von den Parteigenossen falsch recherchiert und fehlerhaft dargestellt wurden und keinesfalls die Einbringung eines Misstrauensantrages begründen“.

Plan um mich loszuwerden
Er habe letztendlich festgestellt, „dass, selbst wenn ich den Misstrauensantrag abwehren kann, meine eigenen Leute automatisch am nächsten Plan, mich loszuwerden, arbeiten“.
Seiner Meinung nach ginge es nicht um fachliche, sondern um persönliche Interessen. Das Ganze sei „eine parteipolitische Intrige. Da stelle ich mir als SP-Bürgermeister die Frage, ob ich nicht meinerseits das Misstrauen meiner Partei und dem Vorstand gegenüber aussprechen sollte, wenn ich feststellen muss, dass in der Vergangenheit schon wochenlang an diesem Plan, mich loszuwerden, gearbeitet wurde. In der Hoffnung, dass die Bevölkerung bis zur Wahl 2020 die Machenschaften gegen den Bürgermeister mittlerweile vergessen hat“, vermutet Freitag.
Eine weitere Zusammenarbeit nach diesem „Vertrauensbruch“ in den eigenen Reihen könne er sich keinesfalls vorstellen. Er sei in den letzten Tagen zum Entschluss gekommen, dass es nicht um die Beurteilung seiner Arbeit in den 15 Jahren ging, sondern um Überlegungen im Hinblick auf die GR-Wahl 2020.

„Kein Sesselkleber“
“Ich möchte kein Sesselkleber sein“, sagt Freitag. Daher räume er schweren Herzens das Feld. Nicht aber, ohne sich bei der Bevölkerung für die Unterstützung und das Vertrauen zu bedanken. Freitag: „Ich wünsche unserer schönen Gemeinde trotz dieser widrigen Umstände alles Gute“.
In einem kurzen Resümee nimmt er noch einmal Stellung zu seiner Arbeit, die stets auch der Ortsverschönerung gewidmet war. Im Vordergrund standen zudem die Betriebsansiedlung, die Errichtung des neuen Fachmarktzentrums, das er gerne am 11. April noch eröffnet hätte. Genauso wie er noch gerne das bereits auf Schiene gestellte und finanziell gesicherte Ökozentrum errichtet hätte. Wichtig war ihm stets auch die Wohnraumschaffung.
So sind derzeit zwei weitere Wohnbauprojekte geplant: Der Bau von 16 Wohnungen in der Kirchengasse (Altersheim) und der Ankauf des Areals am Rathausplatz (ehem. Pfeiler). Herzensangelegenheiten waren ihm auch der KTM-Radweg und das Gelsenbekämpfungsprojekt.
Dass es zum Misstrauensantrag gegen Freitag kam, begründet Vizebürgermeister Wolfgang Gaida mit Fakten, die das Vertrauen zum Ortschef schwinden ließen. Keinesfalls war es – wie der Vize beteuert – die Absicht, Bürgermeister zu werden.
„Sondern weil die gesamte SP-Fraktion hinter dem Misstrauensantrag steht. Mit meinem Wunsch, Bürgermeister zu werden, wäre ich in den eigenen Reihen nie durchgekommen“, verteidigt sich Gaida.

„Nicht eingebunden“
Auch seien die Gründe für den Misstrauensantrag nicht parteipolitisch gewesen, sonst hätten – wie Gaida meint - nicht Rot und Schwarz miteinander kooperiert. „Der Grund lag einzig und allein darin, dass Freitag den Gemeinderat - als höchstes Gremium - nicht in Entscheidungen eingebunden hat“. Einer der vier „Anklagepunkte“: Bezüglich Führung der Radroute durch das Ortszentrum habe sich Freitag nichts einreden lassen und sich über alle (Experten-)Empfehlungen hinweggesetzt. Ein weiterer Vorwurf: der angeblich verweigerte Ankauf eines Feuerwehrautos, von dem – wie Gaida versichert – der Gemeinderat nichts wusste.
Neuwahl am 28. Jänner

„Es ging also nicht darum, dass er etwas angestellt hat oder nicht, aber wenn das Vertrauen fehlt, dann ist eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr möglich. Das ist so wie in einer Ehe. Wenn ein Partner betrogen wird, fehlt das Vertrauen. Deswegen haben wir die Notbremse ziehen müssen“, so der Vizebürgermeister, der schon im Vorfeld in den eigenen Reihen für das Bürgermeisteramt vorgeschlagen wurde. Die Bürgermeisterwahl findet am 28. Jänner um 19 Uhr statt.
Maria Köhler


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